Episoden

Episode o1 - Die erste Begegnung
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 Elia & Selia

Die wärmende Sonne neigte sich langsam dem Horizont zu und auch die Temperaturen begannen zu sinken. Inmitten der Gebirgskette des Buckels wanderte einsam und verlassen ein Mädchen herum, mit Haaren rot wie Feuer, und Augen blau wie das Meer. Lediglich mit Bogen und Pfeil und einem Langschwert bewaffnet machte sie sich auf die Jagd, um ihren knurrenden Magen zum Schweigen zu bringen. Leise schlich sie im geschützten Dickicht umher, bis sie plötzlich ihre Beute entdeckte. Ein junges Kaninchen sass verlassen an einem Beerenstrauch und knabberte an den darunterliegenden Gräsern herum. Völlig lautlos griff das Mädchen nach dem Köcher, welcher sich auf ihrem Rücken befand, nahm daraus einen Pfeil und spannte ihn in ihrem Bogen. Bereit zum abschiessen atmete sie noch einmal kräftig ein. Doch als ob das Kaninchen wüsste, dass sie sich versteckt hielt, sprintete es blitzschnell davon und das Abendessen des Mädchens musste wohl oder übel ausfallen. Seufzend erhob sich das Mädchen und steckte Pfeil und Bogen wieder weg. Gerade als sie einen Schritt machen wollte, fing auf einmal die Erde an zu beben, und sie fiel Rückwarts in ein Stachelgebüsch. Fluchend richtete sich wieder auf und realisierte schnell, dass das Kaninchen nicht wegen ihr, sondern diesem Beben der Erde weggesprintet war. Wachsam blickte sie sich um, doch sie konnte nichts erkennen, was dieses Beben ausgelöst hatte. Noch nicht.
Zuerst schob sich ein riesiger, schwarzer, echsengleicher Schatten vor die Sonne und es wurde dunkel, die Luft flirrte und schien mit der Erde zu beben. Ein Tosen wie ein Sturm erklang als der Schatten sank und seine Umrisse klarer wurden, riesige saphirblaugeschuppte Schwingen, ein langer Hals und kräftige krallenbewährte Krallen wurden erkennbar. Das Mädchen konnte ihren Augen nicht trauen. War das ein Drache? Nun konnte sie auch erkennen dass jemand auf ihm sass. Drachenreiter? Konnte das ein? Anmutig landete das riesige Wesen auf einer Lichtung vor ihr und liess seinen Reiter absteigen. Dieser schaute sich um und das Mädchen drückte sich mehr ins Gebüsch, darauf bedacht keinen Laut zu machen und hielt den Atem an. Der Junge war groß, blond und sein Körper schütze eine schimmernde Rüstung.
Ich denke hier ist ein guter Platz zum Rasten, sprach der Junge in Gedanken zu seinem Drachen, vollkommen unhörbar für das Mädchen. Der Drache machte es sich gemütlich, schnaubte noch einmal kurz, bis sein Reiter ihm den Sattel abnahm und sich danach kümmerte, ein Feuer zu entfachen. Er sammelte ein bisschen Holz zusammen, legte es auf einen Haufen und sprach Brisingr, und ein Feuer entfachte aus dem Nichts. Die Augen des Mädchens weiteten sich. Ihre Vermutung war richtig. Vor ihr stand ein wahrhaftiger Drachenreiter, samt seinem Drachen und wandte Magie an.
Eragon, hier ist noch jemand ausser uns, sagte der Drache zu seinem Reiter, Dort hinter dem Gebüsch. Es ist ein Mensch, du brauchst also nicht allzu grob zu sein.
„Wer bist du? Zeige dich, oder ich muss meinen Drachen auf dich hetzen!“, rief der Junge in Richtung des Versteckes des Mädchens. Dieses erhob sich langsam, mit erhobenen Händen und ging langsam auf die Lichtung zu.
Eragon stutze auf, er hatte sein Schwert erhoben lies es aber sogleich wieder fallen.
„Ein Mädchen?“ Die Angesprochene rümpfte die Nase: „Nach was sieht es denn sonst aus?“ Der Drachenreiter hörte das Kichern seines Drachen in seinen Gedanken und errötete. Was für eine dumme Feststellung.
„Was suchst du hier?“ Das rothaarige Mädchen trat in den Schein des Feuers. „Mein Abendessen, aber das habt ihr ja verscheucht!“ Der riesige Kopf des Drachens schwankte zu ihr und musterte sie. Sie ist hübsch, Eragon. Der Junge stellte sich vor sie und streckte seine Hand aus. „Nein Name ist Eragon und das ist Saphira!“ Das rothaarige Mädchen blickte kurz skeptisch nahm aber seine Hand. „Ich bin Elia Shee.“
Sie setzte sich ans Feuer und hielt ihre mittlerweile vor Kälte steifen Finger ans Feuer. „Was suchst du hier so allein im Wald? Für ein Mädchen ist das gefährlich!“ Sie rümpfte die Nase erneut und setzte zu einer schnippigen Antwort an: „Für einen Drachenreiter, der nicht Galbatorix untersteht, ist es auch nicht gerade sicher. Du bist nicht gerade unbekannt, weisst du?“
Und schlagfertig ist sie auch, sagte Saphira überrascht.
Das kann ich auch sein, wart’s mal ab, gab Eragon zurück und wandte sich Elia zu: „Ich habe dich zuerst gefragt, also wirst du auch zuerst antworten.“ Ziemlich überrascht auf Eragon’s Reaktion sagte Elia kurz und knapp: „Ich bin von meinem Dorf verjagt worden.“
Doch diese Antwort machte Eragon und Saphira neugierig, so dass Eragon eine weitere Frage stellte. „Verjagt worden? Warum das?“ Mit traurigem Blick wandte sich das Mädchen von Eragon ab und blickte ins Feuer. „Das ist eine lange Geschichte...“
Eragon machte es sich bequem und kuschelte sich in die Decke ein, welche er vorhin geholt hatte. „Wir haben Zeit, die Nacht ist lang.“
Und so begann Elia ihre Geschichte zu erzählen und Eragon und Saphira lauschten gespannt. „Ich wurde in Therinsford geboren, doch schon seit diesem Zeitpunkt an, mochte mich das Dorf nicht wirklich. Meine Eltern waren arm, doch ich habe mich nie gross um Geld und Reichtümer geschert. Daher wuchs ich als armes Bauernmädchen auf, welches ihrer Familie nicht im Geringsten ähnlich sah.“ Sie legte eine kurze Pause ein. „Meine Eltern hatten beide tiefbraunes, fast schwarzes Haar und waren allseits bekannt und beliebt bei den Bewohnern von Therinsford. Sie waren stets nett und freundlich, auch wenn die Ernte knapp wurde. Doch als die Beiden dann eine Tochter bekamen, mit roten Haaren, da änderte sich alles. Noch nie hatte jemand in Therinsford ein Kind mit roten Haaren bekommen. Seit jeher beachteten die Dorfbewohner meine Eltern nicht mehr. Und eines Nachts setzten sie sogar unseren Hof und Brand. Meine Eltern kamen dabei ums Leben, nur ich überlebte. Und das machte den Dorfbewohnern noch mehr Angst. So kam es, dass sie anfingen mich fort zu jagen, sobald ich nur einen Schritt in ihr Geschäft machte, und letzten Endes, fingen sie sogar an, auf mich einzuschlagen. Das habe ich dann alles nicht mehr ertragen und bin aus dem Dorf geflüchtet.“
Aber warum haben sie ihr das alles angetan?, fragte sich Eragon.
Weil normalerweise lediglich Hexer und Zauberer rote Haare haben, Eragon, antwortete Saphira sanft und verständnisvoll.
Der Junge blickte traurig zu Boden und schwieg. Er schien ehrlich betroffen zu sein. Elia hatte sowas zuvor nie erlebt, es irritierte sie, machte sie aber auch froh. Noch nie hatte sie jemanden getroffen, der Mitgefühl für sie hatte. Saphira stupste Eragon sanft mit der Nase an; Gib ihr doch die Decke, sie friert sicher auch. Er reagiert zuerst nicht, als das Drachenmädchen ihm aber einen weiteren Stupser gab, stand er ruckartig auf und gab verlegen lächelnd, Elia die Decke, sie nahm sie dankbar entgegen und legte sich an das wärmende Feuer und nach einiger Zeit wurde ihr Atem regelmässig und ruhig, Sie schlief.
Was machen wir den jetzt mit ihr?, fragte Eragon Saphira.
Nun ja zurücklassen können wir sie ja auch nicht, das wäre herzlos. Er nickte das war auch eigentlich nicht das gewesen, was er wissen wollte, er wollte viel lieber wissen, ob sie ihn begleiten würde. Saphira schwieg, auch wenn er wusste, dass sie seine Gedanken lesen konnte, so sprach es doch für ihre tiefe Freundschaft, dass sie nicht lachte. Er legte sich neben Saphira, aber so das er die Umgebung und Elia im Blick hatte. Dann schloss er die Augen und sank in einen tiefen Schlaf.

Episode o2 - Diebstahl
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 Rovan

Langsam trottete ein rot-braun haariger Junge mit suchendem Blick, über die Hauptstraße eines kleinen Dorfes. Seine Taschen waren wie so oft in letzter Zeit leer und so versuchte er aus dem Menschengewusel um sich herum jemand passendes zu finden, den er um ein bisschen Gold erleichtern konnte. Enttäuscht seufzte er als er niemanden entdecken konnte der äußerlich ein wenig betuchter erschien und musste sich wohl oder übel mit dem Gedanken abfinden, heute nur eine kleine Beute einzustreichen. Schon bald entdeckte er auch jemanden der seine Aufmerksamkeit erregte. Eine junge Frau mit fliederfarbenem Haar und ausdruckslosen blauen Augen Schritt elegant durch die Menschenmenge und obwohl ihr Kleid nicht nach dem einer adeligen Aussah, ließ ihr Auftreten doch darauf schließen und Rovan entschied sich dazu, das sie heute sein Opfer werden würde.
 
Entschlossen Schritt er direkt auf sie zu und bemerkte zufrieden das sie nicht in seine Richtung starrte, ehe er sie anrempelte und mit geschickten Fingern den kleinen, mit Gold gefüllten Leberbeutel von ihrem Gürtel entfernte und einsteckte. Ein entschuldigendes Lächeln legte sich sofort auf seine Lippen als das Mädchen ihn noch immer ausdruckslos musterte. „Verzeiht, edle Dame. Ich habe geträumt und einfach übersehen.“, sprach er in einem schmeichelnden Ton und als sie ihm zu nickte Schritt er schnell an ihr vorbei. Ein Grinsen zierte sein Gesicht, ehe er noch einen kurzen Blick zurück warf und auf schnellstem Weg in Richtung Wald Schritt. Als Dieb war es nie ratsam an einem Ort zu bleiben und so wollte er sich gleich auf den Weg zum nächsten Dorf machen.
Jedoch kam er nicht weit, denn schon nach wenigen hundert Metern, stellte sich ihm eine schneeweiße Hündin in den Weg und knurrte bedrohlich. Erstaunt aber auch alarmiert, blieb Rovan sofort stehen und zückte seine Dolche, konnte seinen Körper jedoch plötzlich nicht mehr bewegen. Eine leise Melodie drang an sein Ohr und er ahnte schon, dass diese für seine Starre verantwortlich war. //Verdammt!//, dachte er entnervt als das junge Mädchen, dass er beklaut hatte hinter der Hündin hervorkommen sah. Die Hündin machte einen Schritt zur Seite und wedelte freudig mit dem Schwanz, so dass Rovan nun erkennen konnte wie sie ihr Instrument weg steckte und wütend auf ihn zuging. Zum ersten Mal konnte der junge Dieb eine Regung in dem Gesicht der anderen erkennen, konnte aber nichts dagegen unternehmen als sie ihren Geldbeutel wieder an sich nahm und ihm eine schallende Ohrfeige gab. Seine Augen blitzten als er sie wieder an sah und trotzig warf das Mädchen ihre Haare zurück über die Schulter. „Geschieht dir recht. Selber Schuld das du ausgerechnet mich beklauen wolltest. Dein Pech das Shakira jeden findet.“, sagte sie in einem arroganten Ton und tätschelte den Kopf der weißen Hündin, ehe sie herablassend zu ihm sah.
Nun war es Rovan der sauer war, konnte zum Glück aber noch reden auch wenn der Zauber ihn noch immer bannte. „Selber Schuld das du dich von mir beklauen lassen hast.“, sprach er in demselben arroganten Ton wie das Mädchen zu vor und bemerkte plötzlich wie ihre Augen zu funkeln begannen. Sie war stink sauer.
Gedanklich bereitete er sich auf eine weitere Ohrfeige vor und schloß die Augen, spürte aber auf einmal das sein Körper sich wieder bewegen ließ und hörte eine klare, helle Stimme vor sich. „Puh, wo bin ich denn hier gelandet?“, wurde Rovan von einem Mädchen mit kunterbunten Haaren gefragt und erstaunt sah er sich um. Wo zum Henker war denn die andere geblieben? Wollte sie ihn reinlegen? „Puh… Hörst du mir überhaupt zu? Wo bin ich denn hier? Und wer bist du?“, fragte sie erneut und klammerte sich an einen von Rovans Armen. „Ähm… Ich bin Rovan und du bist wie du vielleicht bemerkst in einem Wald…. Aber wo ist das andere Mädchen hin?“, stellte er die Gegenfrage und das Mädchen zuckte mit den Schultern. „Puh… Ich habe keine Ahnung was du meinst. Wir sind hier doch alleine?“, fragte sie verwundert und sah sich suchend um. „Niemand da.“ Mehr als erstaunt durch diese etwas naive Art, fragte er sich was hier vorging, als das Mädchen sich in Bewegung setzte und ihm ehrlich zu lächelte. „Du bist komisch.“, sagte sie trällernd und marschierte geradewegs tiefer in den Wald, nur um einen sehr bedepperten Rovan zurück zu lassen. Die weiße Hündin sah noch zwischen beiden Personen hin und her, ehe sie dem Mädchen hinterher rannte. Einen Augenblick blieb Rovan noch stehen, seufzte dann aber und folgte beiden. Die andere hätte er ohne mit der Wimper zu zucken in ihr Verderben laufen lassen, aber dieses Mädchen hier war nett und erinnerte ihn wohl oder übel ein wenig an seine verstorbene Schwester. Er konnte sie hier nicht alleine lassen. Also rannte er kurzer Hand hinterher und entdeckte die andere auch schon bald. Als diese ihn bemerkte, lachte sie herzlich und rannte ebenfalls los.
„Wir spielen fangen? Das hättest du doch sagen können! Du bekommst mich nicht.“, sagte sie lachend und Rovan der mehr als überfordert mit der Situation war schüttelte nur den Kopf. Wo war er hier nur hinein geraten? „Nein, tun wir nicht. Es ist gefährlich im Wald also bleib bitte stehen.“, rief er ihr zu doch sie war zu weit weg und so beschleunigte er seine Schritte. Jedoch vernahm er schon nach einer kurzen Zeit einen hellen Schrei. Er versuchte sein Tempo noch einmal zu beschleunigen, sprang galant über einen Busch, landete auf einer Lichtung und sah direkt in die riesigen Augen eines Tieres. Der schuppige Kopf legte sich leicht schief, als Rovan entsetzt einen Schritt zurück machte. Heute schien einfach nicht sein Tag zu sein. Denn vor ihm stand ein Drache. Blitzschnell zog er seinen Dolch und sah sich suchend nach dem Mädchen um, dem er hinterher gerannt war und entdeckte es auch gleich zusammen mit einer rot haarigen am Boden sitzen. Ein Junge stand über sie gebeugt und hatte ihr gerade die Hand gereicht um ihr auf zu helfen, sah Rovan aber nun verwundert an. Er sah von dem Mädchen dem Rovan gefolgt war und wieder zurück, ehe er sich beschützend vor beide stellte der Drache bedrohlich knurrte. Sie schienen zu glauben, Rovan hätte sie verfolgt und der Junge machte noch einen weiteren Schritt zurück. Er korrigierte sich gedanklich. Heute war definitiv nicht sein Tag.

Episode o3 - Konfrontation
Written by
 Elia Shee 

Immer noch fest daran glaubend, dass heute nicht sein Tag ist, trat Rovan einige Schritte zurück, übersah hierbei jedoch den Busch, über welchen er vorhin gesprungen war, und fiel glatt in ihn hinein. Leicht verdattert schritt Eragon nach vorn und fragte: „Und nun sage mir, wer bist du und was willst du von diesem Mädchen?“ Rovan kroch aus dem Gebüsch hervor, wischte sich hier und da ein paar Zweige und Äste ab und gab als Antwort: „Mein Name ist nicht wichtig. Viel wichtiger ist der Euren. Jemand von euch ist ein wahrhaftiger Drachenreiter, nicht wahr?“ Er grinste leicht. „Ich nehme nicht an, dass eine Hexe ein Drachenreiter sein kann, also musst du derjenige mit dem Drachenmal sein.“ Immer noch grinsend wandte er seinen Blick Eragon zu. Überrascht und leicht schockiert über die schnelle, wenn auch nicht ganz richtige Auffassungsgabe dieses Jungen wanderte sein Blick von dem Jungen über Elia zu Saphira. Eragon nickte leicht, doch Rovan zückte bereits wieder seine Dolche, darauf vorbereitet, dass er es nun mit einem Drachenreiter zu tun bekam. Doch Eragon stellte ihm lediglich eine Frage. „Bist du ein Untergebener von Galbatorix, dass du dich so gut mit Drachen auskennst?“ Rovan’s Griffe um seine Dolche wurden fester, als er diese Zumutung hörte, auch sein Gesichtsausdruck spannte sich an. „Niemals werde ich ein Untergebener dieses machtbesessenen Menschen sein, der alles und jeden auslöscht, dass ihm im Weg steht, nur damit es seiner Majestät gut geht!“ Seine Hände zitterten bei diesem Satz, so fest hatte er nun die Dolche umschlungen. Aus seinem Blick konnte man die pure Wut förmlich herauslesen. Und für einen Augenblick schien es, als hätte man eine Träne in seinen Augen sehen können. Alle Blicke waren nun auf Rovan gerichtet, welcher immer noch krampfhaft versuchte, sich im Zaun zu halten. Wäre jetzt ein Ra’zac aufgetaucht, Rovan hätte ihn mit Leichtigkeit erledigen können, so gross war seine Wut.
Doch dann gab es auf einmal einen riesigen Knall, und das Mädchen mit den Hasenohren war von Rauch umgeben. Erschrocken wichen alle umstehenden zurück. Dieses Mal flog Rovan nicht rücklings ins Gebüsch. Langsam legte sich der Rauch, und die Umrisse eines Mädchens wurden klarer und klarer. „Du bist doch die von vorhin!“, rief Rovan aus, und zeigte mit dem Finger auf das Mädchen, „Die, die mir vorhin in der Stadt eine Ohrfeige verpasst hat!“
Eragon, Elia und Saphira stand die Frage, welche Ohrfeige, förmlich ins Gesicht geschrieben. Verwundert, aber dennoch mehr oder weniger interessiert verfolgten sie das Geschehen zwischen Rovan und dem anderen Mädchen.
„Was machst du denn schon wieder hier?!“, schnauzte das Mädchen Rovan in einem arroganten Ton an, „Und wo sind wir überhaupt?“
„Sie scheint keine Ahnung zu haben, dass sie vorher ganz jemand anderes war...“, flüsterte Elia zu Eragon, welcher ihr nur nickend zustimmte.
Vielleicht wurde das Mädchen verzaubert, meinte Saphira zu Eragon. Am besten, ihr fragt einfach mal...
„Wie ist es möglich, dass vorhin noch so ein nettes Mädchen hier war, wo etzt so eine arrogante Zicke ist?“ Rovan schien es egal zu sein, was er sich mit diesem Satz einbrockte, denn er achtete weder auf die Gesichtszüge des Mädchens, noch auf die Bewegungen ihrer Begleiterin, der weissen Hündin. Diese fing nämlich bedrohend an zu knurren, und wäre sie nicht von dem Mädchen zurück gehalten worden, wäre sie wohl auf Rovan los gegangen. Doch es half nichts – die beiden stritten sich weiter, und Eragon, Saphira und Elia schauten anfangs nur zu, bis Elia sich in das Geschehen einmischte.
„Jetzt hört aber auf! Ist ja unerträglich euer Streit!“
Rovan und das Mädchen hörten ruckartig auf, weil sie erstaunt darüber waren, dass sich jemand in ihre Angelegenheiten einmischte, doch danach ging es wieder weiter. Sie warfen sich endlose Vorwürfe an den Kopf. Elia seufze kurz, und setzte sich wieder hin. „Ich habs zumindest versucht.“ Eragon grinste leicht und bat Saphira um ein bisschen Hilfe, immerhin wirkte sie ziemlich furchteinflössend auf Unbekannte, fand er. Saphira schwank ihren Kopf zu den beiden Streithähnen hinüber und brüllte die Beiden wortwötlich um, denn durch den Schock fielen beide zu Boden. Innerlich kicherte Saphira, natürlich unhörbar für Rovan und das Mädchen, und auch Eragon musste leise lachen.
Doch augenblicklich war Schluss mit Saphiras Kichern. Ihr Blick wurde ernst, wie auch der von der Hündin. Sie schienen etwas zu spüren. Nach einer Weile verstummten auch alle Anderen, denn wenn man genau hinhörte, konnte man Fussgetrampel hören und die kleinen Erschütterungen spüren. Für alle war klar, das konnte nur eines bedeuten.
„Ra’zacs!“
Nun ging alles schnell. Eragon löschte das Feuer, sattelte Saphira und stieg mit ihr in die Lüfte. Doch auf dem Boden herrschte anderes Gewimmel.
„Toller Drachenreiter! Macht sich aus dem Staub und lässt uns den Ra’zac zum Opfer fallen! Wirklich super!“, rief Rovan aus. Gerade wollte er über die Lichtung hinweg abhauen, da traten auch die ersten Ra’zacs aus den Büschen und Bäumen hervor. Wirklich hässliche Biester. „Scheisse!“, fluchte er stattdessen und zückte seine Dolche. Auch Selia hatte ihre Dolche gezückt, denn ihr war klar, jetzt war es zu spät um die Ra’zacs mit Musik lahm zu legen. Die weisse Hündin stellte sich bedrohlich vor Selia und wartete nur auf das Kommando ihres Frauchens, um anzugreifen. Doch auch Elia hatte ihren Bogen mit einem Pfeil bewaffnet, doch ihre Gedanken waren noch nicht ganz beim Kampf, welcher jeden Moment anbrechen würde. Sie konnte einfach nicht glauben, dass Eragon sie alle im Stich liess.
Wie wild gewordene Tiere welche ihre Beute entdeckt haben, trampelten die Ra’zacs auf die Drei zu, welche alle bewaffnet und entschlossen da standen und auf den richtigen Augenblick warteten. Doch gerade als Elia ihren ersten Pfeil abschiessen wollte, erklang auf einmal ein lautes Gebrüll zu vernhmen, und noch ehe die Drei ihre Köpfe zum Himmel recken konnten, schob sich ein riesiger Schatten vor die Sonne und spuckte Feuer. Und zwar nicht in irgendeie Richtung, nein. Sondern auf die Ra’zac. Langsam sank der riesige Schatten und der blaugeschuppte Drachen von vorhin wurde erkennbar.
Langsam liess Elia ihren Bogen sinken. Wusst ich’s doch, er würde uns nicht im Stich lassen... Sie lächelte sanft. „Da bist du ja wieder!“, rief Rovan zu ihm hoch, „Ich dachte schon, du hättest die Fliege gemacht!“ Auch er musste leicht grinsen.
„Für was für ein Kameradenschwein haltet ihr mich eigentlich?! Ausserdem hab ich doch noch alle meine Sachen hier!“ Eragon grinste von oben herab und merkte, dass ihn ebenfalls alle angrinsten – wenn auch nicht alle gleich offensichtlich.

  

Episode o4 - Vergiftet
Written by Rovan

Wie lange sie nun schon gegen die wild gewordene Horde Ra’zacs kämpften, wusste Rovan nicht mehr. Es schien ihm wie eine Ewigkeit und doch lichteten die Reihen der Gegner sich nicht. Tapfer kämpfte Elia an Eragon's Seite. Ihren Bogen gezückt und immer wieder schnelle Pfeile auf ihre Gegner niedersausend. Saphira schwebte über ihnen in der Luft und ließ ihre Klauen gefährlich auf ihre Gegner niedersausen, war sie ihm Himmel doch vor übergriffen und Ra’zacs die versuchten auf ihren Rücken zu gelangen geschützt. Wo Selia sich befand, konnte Rovan jedoch nicht ausmachen, er nahm nur an das sie sich direkt hinter der großen Ansammlung der hässlichen Kreaturen verbarg und wollte sich gerade zu ihr hindurch kämpfen als sich, die große weiße Hündin des Mädchens direkt in seinen Weg stellte und knurrte. „Geh da weg, ich will ihr doch nur helfen.“, sagte Rovan ärgerlich und wich einem Hieb der Ra'zacs aus, der ihn aber noch leicht am Arm erwischte, ehe die Kreatur von einem Pfeil zu Boden gerissen wurde. Dankbar lächelte er Elia zu die ihm zu nickte und sich ebenfalls wieder in den Kampf stürzte. Auch Rovan wollte ihrem Beispiel folgen, wurde aber noch immer daran gehindert und wollte sich trotz allem noch einmal an der Hündin vorbeizwängen, als eine schöne, glockenhelle Melodie erklang und einige der Ra’zacs zurück geschleudert wurden. Selia setzte ihre spezielle Magie ein und war recht erfolgreich, so dass auch bald Elia und Rovan sich ihrem Beispiel anschlossen, was mehr Erfolg zu versprechen schien. Rovan unterstützte sie wo er nur konnte, sah aus seinen Augenwinkeln aber plötzlich wie Selia auf die Knie ging und schwer atmete und stellte sich vor sie. „Alles ok?“, fragte er besorgt, handelte sich aber nur einen kalten Blick von Selia ein und diese murmelte ein leises: „Zu viel Magie bentutzt.“, ehe sie wieder auf den Beinen stand und ihre Dolche zog.
Währenddessen standen Elia und Eragon Rücken, an Rücken umzingelt von ihren Gegnern. „Kannst du noch?“, fragte Eragon etwas nervös. „Geht schon, ich habe ja noch mein Schwert.“, antwortete Elia und beide stürzten sich auf ihre Feinde. Unterstützt von Saphira die ihre Klauen immer und immer wieder, unnachgiebig auf ihre Gegner niedersausen ließ. Nur noch ein bisschen durchhalten. Wir haben sie bald alle erledigt. hörte Eragon die beruhigende Stimme seines Drachen in seinem Kopf und bedankte sich bei Saphira, ehe er erbittert weiter kämpfte.
Und wirklich war langsam aber stetig ein Sieg für die kleine Gruppe zu verzeichnen. Viele Ra’zacs hatten sie bereits niedergestreckt und die wenigen übrigen sollten auch kein Problem mehr darstellen. Bis auf ein paar Blessuren waren sie alle auch mehr oder weniger davon gekommen, so dass Rovan gerade erleichtert aufatmen wollte, als sie einen Schrei von Elia vernahmen. Diese war von einem Schwert an der Schulter verletzt worden und sackte nun zusammen, so dass Eragon sein Bestes geben musste sie beide zu schützen.
Er und Selia ließen noch einmal ihre Magie wirken und dann wurde es still auf der großen Lichtung. Saphira landete neben den vier Menschen und senkte besorgt den Kopf über die Rothaarige.
Was ist mit ihr Eragon? Ist die Wunde schlimm? Doch der Blondschopf schüttelte den Kopf und besah sich die Verletzung an der Schulter des Mädchens genauer. Eigentlich nicht… So gesehen nur ein Kratzer….. Aber die Wunde leuchtet grünlich. Irgendwas stimmt hier nicht. Erklärte Eragon Saphira und sah stirnrunzelnd zu der Wunde, wurde aber kurzerhand von Selia zur Seite geschoben, die nun sehr viel fachmännischer an der Verletzung herumwerkelte. „Sie wurde vergiftet“, stellte sie sachlich fest. „Es ein einfaches Gift, kann aber trotzdem tödlich sein. Wir sollten die Pflanze Cynthalia finden und ihr auf jedenfall das Gegengift geben. Das ist sicherer, als das sie sich tagelang mit Fieber quält und das ganze doch böse endet.“, erklärte Selia sachlich und verband die Wunde notdürftig. „Und du kannst so ein Gegengift machen?“, fragte Rovan und handelte sich sofort wieder einen finsteren Blick von Selia ein. „Klar sonst hätte ich das ja nicht gesagt.“ „Ok, dann sollten wir die Pflanze suchen.“, schlug Eragon vor und verhinderte so einen Streit. „Wie sieht sie denn aus?“, damit wandte er sich wieder an Selia.
„Sie ist eigentlich sehr auffällig. Gelb und die Blüte hat eine Sternenform. Das innere der Blätter ist weiß." Rovan grübelte lange, ehe er laut ausrief. „Ach die!!! Die habe ich beim herkommen gesehen ist allerdings vielleicht einen guten halben Tagesmarsch entfernt.“ „Wenn Saphira und ich sie holen dürfte das schneller gehen.“, sagte Eragon und wollte gerade auf den Rücken des Drachens steigen als er von Rovan aufgehalten wurde. „Du wirst sie so nicht finden sie wächst nahe von Felsen im Schatten.“, sagte er und Selia nickte. „Zudem ist die Zeit ausreichend, so schnell wirkt das Gift nicht, erst nach vier bis fünf Tagen. Rovan und ich werden sie holen gehen. Du solltest mit Elia hier bleiben. Du und Saphira seit ein größerer Schutz für sie und könnt zur Not auch in den Himmel fliehen.“ Eragon nickte ergeben und fing an ein Lager zu errichten, als Rovan das andere Mädchen fragend ansah. „Wieso wir zwei? Ich kann sie auch alleine holen und ihr beschützt Elia zusammen." Doch Selia schüttelte den Kopf. „Man muss das Gegengift aus mehreren Komponenten und Faktoren herstellen und eines davon ist, das man es mit dem frischen Saft macht der im Stängel ist. Das kann nur ich.“ Damit hob sie eine Augenbraue und Rovan wies ihr schulterzuckend den Weg. Er kam mit ihrer Art einfach nicht zu recht. Warum musste sie auch immer so kalt sein. „Darf ich wenigstens erfahren woher du so viel über Gifte und Gegengifte weist?“ „Nein“, damit war das Gespräch beendet und Rovan seufzte. Das konnte noch eine lustige Zeit für ihn werden mit einem solchen Eisklotz. Hoffentlich würde er Poo bald sehen, die war um einiges angenehmer.
Währenddessen hatte Eragon bereits ein Lager errichtet und sah Selia und Rovan hinterher. Er hoffte nur das es gut gehen würde und beide die Pflanze rechtzeitig fanden. Ehe er Saphiras Sehfähigkeit benutzt um einen Fluß ausfindig zu machen und von dort Wasser zu holen. Zurück im Lager legte er Elia sofort ein nasses Tuch auf die glühend heiße Stirn. Er hoffte inständig das Selia Recht hatte und es der Rothaarigen bald besser ging. Denn auch wenn er sie erst kurz kannte war sie ihm doch wichtig. Er wollte sie nicht verlieren.



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